Warum Rikora entstanden ist
- 19. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Juli

Katastrophenschutz klingt für viele Menschen zunächst nach etwas Großem und Entferntem: nach Hochwasser, Stromausfällen, Evakuierungen oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen.
Themen, mit denen man sich lieber erst dann beschäftigt, wenn es wirklich notwendig wird. Doch genau darin liegt das Problem. In einer Notlage bleibt häufig keine Zeit mehr, sich in Ruhe zu informieren. Dann müssen Entscheidungen getroffen werden. Menschen müssen wissen, wo sie verlässliche Informationen finden, wie sie Warnungen richtig einordnen und was sie konkret tun können. Rikora ist aus der Überzeugung entstanden, dass dieses Wissen nicht erst im Ernstfall vermittelt werden darf.
Sicherheit beginnt nicht mit Angst, sondern mit Wissen
Notfallvorsorge und Katastrophenschutz werden häufig mit Angst, Verzicht oder komplizierten Vorschriften verbunden. Dabei geht es im Kern um etwas sehr Alltägliches: darum, vorbereitet zu sein und auch in ungewohnten Situationen handlungsfähig zu bleiben. Wer weiß, was bei einem Stromausfall zu beachten ist, wie Warnmeldungen funktionieren oder wie ein sinnvoller Notvorrat aufgebaut wird, kann ruhiger und überlegter reagieren. Vorbereitung bedeutet nicht, ständig mit dem Schlimmsten zu rechnen. Sie bedeutet, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.
Genau dabei möchte Rikora unterstützen.
Wissen, das im Alltag funktioniert
Informationen zu Notfallvorsorge und Selbstschutz gibt es bereits an vielen Stellen. Häufig sind sie jedoch umfangreich, schwer verständlich oder wenig auf den Alltag der jeweiligen Zielgruppe abgestimmt. Rikora möchte diese Lücke schließen. Die Inhalte sollen nicht nur fachlich korrekt sein, sondern auch verständlich, praxisnah und anwendbar. Es geht nicht darum, möglichst viele Informationen zu sammeln. Entscheidend ist, dass Menschen wissen, was diese Informationen für ihren eigenen Alltag bedeuten. Deshalb verbindet Rikora Wissen mit praktischen Übungen, anschaulichen Beispielen und konkreten Handlungsmöglichkeiten.
Für Erwachsene und Familien
Gerade im privaten Alltag wird Vorsorge häufig aufgeschoben. Viele Menschen wissen grundsätzlich, dass ein gewisses Maß an Vorbereitung sinnvoll wäre, sind sich aber unsicher, wo sie anfangen sollen.
Welche Vorräte werden tatsächlich benötigt?
Wie bereitet man sich auf einen längeren Stromausfall vor?
Welche Warnsysteme gibt es?
Wie spricht man mit Kindern über mögliche Gefahren, ohne ihnen Angst zu machen?
Rikora möchte Erwachsene und Familien dabei unterstützen, diese Fragen Schritt für Schritt zu beantworten. Geplant sind unterschiedliche Formate, damit die Inhalte zum jeweiligen Alltag passen. Dazu gehören Präsenzveranstaltungen, digitale Veranstaltungen, praxisnahe Informationsangebote sowie Onlinekurse, die zeitlich flexibel genutzt werden können. Dabei geht es nicht um Perfektion. Niemand muss von heute auf morgen auf jede denkbare Situation vorbereitet sein. Bereits kleine, gut durchdachte Maßnahmen können einen wichtigen Unterschied machen.
Für Kinder
Kinder sollen Risiken nicht ignorieren müssen. Sie sollen aber auch nicht mit ihnen allein gelassen oder unnötig verängstigt werden. Deshalb sollen die Inhalte für Kinder besonders behutsam, altersgerecht und spielerisch vermittelt werden.
Im Mittelpunkt stehen einfache Fragen:
Wie hole ich Hilfe?
Was bedeutet eine Warnung?
Was kann ich selbst tun, wenn etwas Ungewöhnliches passiert?

Mit TeddyTapfer entsteht dafür eine eigene Kinderwelt. Das Maskottchen soll schwierige Themen verständlich machen und Kindern zeigen, dass Wissen Sicherheit geben kann. Dabei ersetzt TeddyTapfer weder Eltern noch pädagogische Fachkräfte. Vielmehr soll er Gespräche erleichtern, Neugier wecken und Erwachsene dabei unterstützen, Sicherheitsthemen gemeinsam mit Kindern zu besprechen.
Für Schulen und Bildungseinrichtungen
Auch Schulen und Kindertagesstätten sind wichtige Orte der Sicherheits- und Katastrophenschutzbildung. Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Alltags in Bildungseinrichtungen. Gleichzeitig tragen diese eine besondere Verantwortung: Sie vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern auch Kompetenzen, die junge Menschen auf ihr späteres Leben vorbereiten. Dazu gehört auch, Risiken zu erkennen, Warnungen zu verstehen und in Notfällen angemessen zu reagieren. Die Bildungsangebote von Rikora sollen Schulen und Kindertagesstätten dabei unterstützen, diese Themen altersgerecht und praxisnah in ihren Alltag zu integrieren. Kinder sollen dabei nicht verängstigt werden. Sie sollen lernen, dass sie Situationen verstehen und durch richtiges Verhalten mitgestalten können. Mit TeddyTapfer entsteht zusätzlich ein eigener Bereich, der jüngere Kinder spielerisch an Sicherheit, Notfälle und richtiges Handeln heranführt.
Für Kommunen und Organisationen
Auch Kommunen, Vereine, Bildungsträger und andere Organisationen spielen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Vorsorge- und Sicherheitswissen. Viele Einrichtungen möchten ihre Zielgruppen besser erreichen, stehen jedoch vor der Herausforderung, komplexe Informationen verständlich und alltagsnah aufzubereiten.
Rikora möchte zukünftig auch hier unterstützen, beispielsweise durch zielgruppengerechte Bildungsangebote, Materialien, Veranstaltungen und Konzepte zur Risikokommunikation. Dieser Bereich wird schrittweise weiterentwickelt. Entscheidend ist dabei, keine Lösungen von der Stange anzubieten, sondern Inhalte an die jeweilige Zielgruppe, Organisation und örtliche Situation anzupassen.
Handlungskompetenz statt Hilflosigkeit
Das zentrale Ziel von Rikora ist nicht, Menschen mit möglichst vielen Risiken zu konfrontieren. Es geht darum, Handlungskompetenz zu schaffen.
Wer eine Situation versteht, kann sie besser einschätzen. Wer Handlungsmöglichkeiten kennt, fühlt sich weniger ausgeliefert. Und wer Abläufe bereits einmal besprochen oder geübt hat, kann im Ernstfall schneller und sicherer reagieren. Dieses Prinzip gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder, Familien, Schulen, Kindertagesstätten, Kommunen und Organisationen.
Wer hinter Rikora steht
Hinter Rikora stehe ich, Jenny.
Im Januar 2026 habe ich meinen Bachelor of Engineering im Rettungsingenieurwesen abgeschlossen. Aktuell setze ich mein Studium im gleichnamigen Masterstudiengang fort. Zusätzlich konnte ich bereits praktische Einblicke in die kommunale Gefahrenabwehrberatung gewinnen. Dabei habe ich erlebt, wie wichtig es ist, fachliche Inhalte nicht nur korrekt zu erarbeiten, sondern sie auch so zu vermitteln, dass unterschiedliche Zielgruppen sie verstehen und im Alltag anwenden können. Auch das Deutsche Rote Kreuz begleitet mich bereits seit meiner Kindheit. Über das Jugendrotkreuz bin ich früh mit Themen wie Gemeinschaft, Hilfeleistung, Verantwortung und Sicherheit in Berührung gekommen. Bis heute engagiere ich im im Deutschen Roten Kreuzes. Darüber hinaus habe ich bereits Bildungsangebote für Kinder sowie einzelne Eltern-Kind-Formate zu Themen aus dem MINT-Bereich begleitet und geleitet. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie wichtig anschauliche, altersgerechte und praxisnahe Vermittlung ist – besonders dann, wenn Inhalte zunächst kompliziert oder abstrakt wirken. Aus diesen fachlichen und persönlichen Erfahrungen ist die Idee für Rikora entstanden. Mein Ziel ist es, Fachinhalte so aufzubereiten, dass Menschen sie verstehen, einordnen und auf ihre eigene Lebenssituation übertragen können.
Rikora steht am Anfang
Rikora befindet sich noch im Aufbau. Die Website, die ersten Materialien und die Bildungsangebote werden Schritt für Schritt weiterentwickelt. Dabei sollen keine Inhalte entstehen, die nur gut klingen oder gut aussehen. Ziel sind Angebote, die einen echten Nutzen haben und Menschen im Alltag tatsächlich weiterhelfen. In den kommenden Wochen und Monaten werden deshalb weitere Materialien, Beiträge, Kurse und Lernangebote entstehen. Themen wie Notfallvorsorge, Warnungen, Selbstschutz und Erste Hilfe werden dabei aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Rikora soll ein Ort werden, an dem Wissen verständlich vermittelt wird und aus Informationen konkrete Handlungsmöglichkeiten entstehen. Denn Sicherheit beginnt nicht erst im Ernstfall. Sie beginnt dort, wo Menschen bereit sind, sich mit ihr zu beschäftigen.


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